„Wo man hinguckt, sieht man eine deprimierte Gesellschaft um sich“, so Elias, „Diese Welt macht ihre Jugend krank. Wir wollen daraus keine Protestsongs machen. Es geht nicht darum, die Dinge zu bewerten. Aber wir sagen den Leuten in unseren Songs: So ist es. Dann sagen wir es nochmal. Und nochmal. Und wenn man es gut sagt, dann verstehen es die Leute und bewerten es für sich. Wir geben niemandem etwas vor. Wir sind ehrlich und sprechen in der Musik über uns. Und plötzlich merkst du, dass viele kleine private Revolutionen passieren. Darum geht es: Das Innere, sich selbst revolutionieren.“ Und man denkt sich: Ja, das ist der Weg unserer Jugend. Er steht ihr.
2010 hat die Band die 10. RBB Fritz Nacht der Talente gewonnen, 2011 folgte der Sieg des Radio Eins Newcomer Contests „Für die Seele“.
Die Menschen sind ein Meer aus Schwermut, voran die Arbeit ruft /Und wir spiegeln uns im Teer, er tut gut, verspricht uns heimlich Land in Sicht / Komm Schatz lass gehen, wir sind jung scheiß drauf in welchem Jahrzehnt
Elias & The Animals Orchestra sind geübt darin, auszureißen. Sie schaffen sich eine Subwelt, in der ihnen Raum und Zeit gehören. Davon zeugen schon die Titel, die seit der Bandgründung 2009 erschienen sind. Die EP „Modellwelt“ ist mutig, wild und überrascht mit Texten, die nachhallen – Sie begründet einen homogenen Stil, der einen rockigen, intensiv tanzbaren Indie-Pop erfindet. „Modelwelt ist ein erster Schritt“, so Elias, „nicht mehr und nicht weniger“. Musik mit Parolencharakter und Didgeridoo. Das, was sie singen und das, was sie sind, erklärt sich aus Berlin heraus. Wer Elias Hadjeus trifft, der wird sich nahe dem Ostkreuz wiederfinden. Wer mit ihm spricht, der hört den Geist des vorkommerzialisierten Berlins in allen Timbres. Ostberlin ohne gekauften Glanz, das Ostkreuz ohne Juppies, das schlicht Authentische, das sind die prägenden Phänomene der Band gewesen. Sie kennen ihren Wert und sie wissen, wohin Glanz, Geschäft und große Namen führen werden. Ihr Berlin wird das nicht mehr sein. Auch darauf zielen ihre Songs ab: „Wir tanzen rückwärts bis 2001, bis wir die Strokes sehn im Columbiaclub.“ Sie gehen einen eigenen Wandel mit.
Elias & The Animals Orchestra sind in Berlin zu einer Größe und zu einer Stimme geworden. Nach mehreren gewonnenen Wettbewerben und Festivalauftritten, widmet sich die Band aktuell dem Songwriting. Selbstbewusst versteht sich: „Ich mache diese Musik, weil ich glaube, dass sie dieser Welt fehlt. Ich will, dass die Leute sich die Frage stellen, was sie eigentlich glücklich macht. Was sie gut können. Und dann sollen sie es machen. Unsere Musik soll die Leute wach machen, um etwas zu tun, aufzustehen und ihrem Leben einen Wert zu geben.“
Elias Hadjeus Sätze gewinnen an Schwung, wenn er über den Aufbruch, das Aufstehen, das Bewegen redet – das ist die rote Linie, die sich durch das Werk seiner Band zieht. „Ich habe ein intensives Gefühl vom Leben und ich sage mit unserer Musik: Ich glaube, du solltest das auch fühlen.“
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